Bismarcks Bruder: Bernhard von Bismarck (1810-1893)

Bernhard von Bismarck war der ältere Bruder von Otto von Bismarck.

Er war preußischer Landrat und Kammerherr.

Herkunft von Bernhard von Bismarck

Geboren wurde Bernhard von Bismarck am 24. Juli 1810 in Schönhausen an der Elbe.

Er war der erste Sohn des preußischen Landedelmanns Karl Ferdinand Wilhelm von Bismarck (1771-1845) sowie von dessen Gemahlin Luise Wilhelmine Mencken (1789-1839).

Fünf Jahre später erblickte sein Bruder Otto von Bismarck, der als deutscher Staatsmann in die Geschichte einging, das Licht der Welt.

Darüber hinaus hatte Bernhard von Bismarck noch eine Schwester namens Malwine, die 1827 zur Welt kam.

Jugend und Werdegang Bernhard von Bismarcks

Die ersten zehn Jahre seines Lebens verbrachte der junge Bernhard in ländlichen Gebieten wie Schönhausen und dem Gut Kniephof in Pommern.

Danach ging er in Berlin auf die Schule. Sein jüngerer Bruder Otto folgte ihm im Alter von sechs Jahren, was jedoch nicht dessen Willen entsprach.

Gemeinsam verbrachten Bernhard und Otto einige Jahre in der Stadtwohnung der Eltern in Berlin, wobei sie von einem Hauslehrer sowie einer Haushälterin betreut wurden.

Lediglich in den Wintermonaten waren die Eltern anwesend. Vater Karl Ferdinand Wilhelm galt als gutmütig, während Mutter Luise Wilhelmine streng zu ihren Söhnen war.

So drohte sie Bernhard zum Beispiel in einem Brief an, dass er kommenden Winter nicht bei seinen Eltern wohnen und sie nur selten besuchen dürfe, wenn sein Zeugnis nicht vorzüglich ausfiele.

Bernhard unterschied sich von seinem Bruder darin, dass er zielstrebig seinen Studien nachkam.

So absolvierte er zwischen 1829 und 1831 ein Studium an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin sowie an der Universität Leipzig.

Im Jahr 1831 unterzog er sich seinem Wehrdienst.

1836 konnte Bernhard sein Referendariat in Potsdam erfolgreich ableisten.

Übernahme der Güter

Im Jahr 1839 verstarb Mutter Luise Wilhelmine an Krebs.

Vater Karl Ferdinand Wilhelm begab sich nach Schönhausen in den Ruhestand.

Zusammen mit Otto übernahm Bernhard fortan die drei Bismarck-Güter in Pommern. Dazu zählten Külz, Jarchlin und Kniephof. Sie umfassten rund 550 Hektar Ackerland, Wälder und Wiesen.

Allerdings gab es zunächst finanzielle Probleme zu bewältigen.

1841 erfolgte das Aufteilen des Besitzes in zwei Teile. Dennoch blieben Otto und Bernhard miteinander verbunden.

Otto von Bismarck verließ Pommern nun wieder häufiger, um in die Politik zu gehen. Dabei korrespondierten die Brüder häufig.

Auch Bernhard strebte ein politisches Amt an. So war er bereits seit 1840 Mitglied im Landtag von Pommern und stieg im gleichen Jahr zum Landrat vom Kreis Naugard auf. Dieses Amt übte Bernhard bis 1887 aus.

Ebenfalls 1841 trat Bernhard in Naugard mit Friederike Wilhelmine Adelheid Fanninger, der Tochter eines Sanitätsrats, in den Stand der Ehe.

Nachdem sie drei Jahre später den zweiten Sohn geboren hatte, verstarb sie jedoch.

Weitere Heirat

1848 erlebte Bernhard von Bismarck wieder neues privates Glück und ehelichte Malwine von Lettow-Vorbeck (1827-1904).

Mit Malwine hatte Bernhard zwölf Kinder.

Als Politiker verhielt sich Bernhard von Bismarck konservativ.

1851/52 sowie 1870 bis 1888 gehörte er zu den Mitgliedern des Preußischen Abgeordnetenhauses.

Dabei agierte er für den fünften Wahlkreis des Regierungsbezirks Stettin Naugard-Regenwalde.

Außerdem trat er in das Korps Saxonia-Leipzig ein.

Zeuge beim Duell Vincke-Bismarck

Am 25. März 1852 nahm Bernhard von Bismarck in Berlin am Tegeler See an dem Pistolenduell zwischen seinem Bruder und Georg Freiherr von Vincke (1811-1875) teil.

Vincke hatte Otto von Bismarck öffentlich vorgeworfen, sich diplomatischer Indiskretionen schuldig gemacht zu haben.

Beide Kontrahenten beleidigten sich immer wieder, sodass es schließlich zum Duell kam.

Außer als Zeuge hatte Bernhard keinen Anteil an dem Duell, in dessen Verlauf beide Rivalen aufeinander schossen, sich verfehlten und anschließend wieder versöhnten.

Letzte Jahre Bernhard von Bülows

Bis zum Ende seines Lebens stand Bernhard von Bismarck im Schatten seines mächtigen Bruders.

Dabei blieb er stets ein konservativer Politiker.

Er starb am 7. Mai 1893 auf dem Gut Külz.